Am Freitag dem 02.07.2010 war es wieder soweit. Der jährliche Betriebsausflug startete bei hochsommerlichen Temperaturen auf Gleis 4 am Hauptbahnhof Hannover.
(der Link für die Bilder befindet sich am Ende des Berichts!!!)
Per IC über Göttingen ging es mit dem Regionalzug weiter nach Erfurt, unserem diesjährigen Ziel, weiter. Heidi hatte mit der Unterstützung von Günter die Städtetour ausgearbeitet und alles weitere auch hervorragend organisiert. Mit mehreren Großraumtaxen wurden wir in unser Hotel gefahren. Nach dem Einchecken stand auch schon das erste Event an - die Besichtigung der Zitadelle auf dem Petersberg. Bei hochsommerlichen Temperaturen ging es durch die Altstadt hinauf zur einzigen weitgehend erhaltenen barocken Stadtfestung Mitteleuropas. Die Zitadelle, die von 1664-1707 angelegt wurde, ist noch heute beeindruckend in ihren Ausmaßen. Sie ist ein Spiegelbild europäischer Festungsbaukunst. Die Besichtigung der Horchgänge ist besonders interessant. Das Festungsplateau bietet einen einmaligen Blick auf die Stadt. Geheimnisvolle Wege sollten uns durch die Unterwelt der alten Festung führen. Die beiden Gruppen genossen sichtlich die kühlen Temperaturen im Inneren der Festung.
Von der Festung aus hatten wir auch einen hervorragenden Blick auf das monumentale Ensemble von Dom und Severikirche mit der über 500 Jahre alten weltberühmten und klangvollen Glocke Gloriosa, die reichen Patrizier- und reizvollen Fachwerkhäuser sowie die vielen Kirchen, die der Stadt den Beinamen das "thüringische Rom" gaben, machen das über 1260 Jahre alte Erfurt zu einem Bilderbuch der deutschen Geschichte. Einige unermüdliche Wanderer machten sich anschließend in kleinen Gruppen (Rotten) auf, erklommen die 70 Stufen zum Domportal und besichtigten die beiden Gotteshäuser. Nach dem gemeinsamen Abendessen wartete an diesem Abend noch ein weiteres Highlight auf die Tänzer: "ERFURTER SAGEN BEI NACHT" eine skurril, theatralische Stadtverführung.
Erotisches, Grusliges, Sagenhaftes erwartet uns, wenn der kauzig-geniale Erfinder Herbert Kurz die alten Gemäuer Erfurts zum Plaudern bringt. Mit brillianter Erzählkunst und furiosem Spiel blühen die alten Erfurter Geschichten zu neuem Leben auf. Der abenteuerliche Spaziergang führt uns zu Originalschauplätzen, entlang der Gera, durch enge mittelalterliche Gassen und endet schließlich in einem bezaubernden Garten am Wasser bei Wein und Fackelschein. Besonders die Abhandlung über die bekannte Geschichte "Fuchs du hast die Gans gestohlen" wurde uns an diesem Abend unter einem ganz neue Gesichtspunkt dargeboten. Nach diesem besonderen Abendspaziergang fielen die Teilnehmer des Betriebsausfluges erschöpft und müde ins Bett. Leider waren die Temperaturen immer noch sehr hoch, und an einem tiefen erholsamen Schlaf war nicht zu denken.
Am Samstag (die Temperaturen waren wieder extrem hoch) wollten wir vormittags die Erfurter Altstadt besichtigen. Für die Altstadtführung wurden wir in zwei überschaubare Gruppen aufgeteilt und schon ging es mit den beiden Fremdenverkehrsführern los. Bei dem sehr interessanten und kurzweiligen Rundgang kam natürlich die historische Geschichte von Erfurt nicht zu kurz. Die Stadt besitzt einen knapp drei Quadratkilometer großen mittelalterlich geprägten Altstadtkern mit etwa 25 Pfarrkirchen und zahlreichen Fachwerk- und Bürgerhäusern. Der Erfurter Dom ist neben der Krämerbrücke eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Erfurt wurde 742 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich bereits kurz nach seiner Gründung zum Zentrum des Thüringer Raumes, wenngleich es bis 1945 politisch nicht Teil des Landes war. Seit seiner Gründung gehörte es zu Kurmainz, allerdings hatte Erfurt im Mittelalter ein hohes Maß an Autonomie inne. Dies änderte sich mit der gewaltsamen Unterwerfung durch die Mainzer 1664. 1802 wurde Erfurt Teil Preußens (mit Ausnahme der Zeit von 1806 bis 1814, als es als Fürstentum Erfurt direkt unter französischer Herrschaft stand) und blieb es bis 1945. Die Universität wurde 1392 gegründet. Sie ist somit die drittälteste Universität Deutschlands. Martin Luther war ihr bekanntester Student.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, und bei den hohen sommerlichen Temperaturen bereiteten wir uns auf das anstehende Viertelfinale "Argentinien – Deutschland" vor. In der Altstadt warteten in den zahlreiche Kneipen und Lokalen viele Public Viewing Orte auf uns, aber wir entschieden uns dann doch für den klimatisierten Raum des Mercure Hotels.
Abends ging es per Straßenbahn zum Steigerwald am Rande von Erfurt. Im Frühjahr und Sommer zeigt sich der Steigerwald von seiner schönsten Seite. Oben im Waldcasino schlemmten und genossen wir das besondere Flair sowie die Aussicht auf Erfurt, bevor wir spätabends wieder die Rückfahrt antraten. Einige unermüdliche Tänzer besuchten noch die "Kubanischen Nächte" in der Altstadt. Die Temperaturen waren immer noch hoch.
Bevor wir am Sonntag die Rückreise antraten, stand noch der Besuch des egapark Erfurts auf dem Programm. Der egapark Erfurt ist eine ganzjährig geöffnete Gartenbauausstellung. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gesamtensemble "iga '61" zeichnet sich auf einer Fläche von 36 ha durch Harmonie von Natur und gartenarchitektonischer Gestaltung aus. Zu den Hauptattraktionen gehören das mit 6.000 m² größte in einem zusammenhängenden Ornament bepflanzte Blumenbeet Europas, der größte Spielplatz Thüringens mit dem Kinderbauernhof und der Aussichtsturm mit Blick über die Stadt, der mit 272 m ü. NN den höchsten Aussichtspunkt der Stadt Erfurt darstellt. Weitere Attraktionen sind die Pflanzenschauhäuser mit dem Schmetterlingshaus, dem Tropenhaus, dem Kakteenhaus, dem Viktoriahaus sowie dem Orchideenhaus, der Gräsergarten und die Staudengärten, der Rosengarten und der Japanische Fels- und Wassergarten. Mehrere Hallen werden für Sonderausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Auf dem Freigelände sind mehr als 70 Plastiken namhafter deutscher Künstler als Skulpturensammlung verteilt. In der Defensionskaserne der Zitadelle Cyriaksburg befindet sich das Deutsche Gartenbaumuseum.
Gegen 15:00 Uhr, nachdem wir ausgiebig den egapark besichtigt hatten, begaben wir uns auf die Rückreise. Nach einer kurzweiligen Zugfahrt kamen alle Tänzer am Sonntagabend pünktlich um 18:00 Uhr in Hannover an. Es herrschten immer noch hochsommerliche Temperaturen. Ein herzliches Dankeschön von allen BGC-Tänzern an Heidi und Günter Meywerk für die Organisation dieser Reise.
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